Kooperationsprojekt „Offene Jugendarbeit in der Grund- und Hauptschule Schlierbach“
Die Rektorin der Grund- und Hauptschule, Frau Elisabeth Spieth, berichtete in der letzten Gemeinderatssitzung, dass bereits in den letzten 2 Jahren in Kooperation von Offener Jugendarbeit und Schule in den Klassen 8 + 9 Berufsorientierung und Bewerbungstraining erfolgreich durchgeführt wurde. Dieser Baustein der Kooperation soll, so die Schulleiterin, auch weiterhin durchgeführt werden. Nun wurden weitere Bausteine der Kooperation erarbeitet, die Frau Spieth am Montag vorstellte:
Baustein 1: Lernförderung durch ehrenamtliche Jugendbegleiter/Paten
In der Klasse 5 soll mit diesem Baustein begonnen und bis Kl. 9 (bei Bedarf) weitergeführt werden. Ziel ist die Verbesserung von schulischen Leistungen /Lernvermögen von Schülerinnen und Schülern, die Unterstützung benötigen. Der Zeitaufwand für Ehrenamtliche, bei deren Gewinnung auch Gemeinderat und –verwaltung beteiligt werden, liegt bei ca. 1,5 Std. / Woche.
Baustein 2: Kompetenzentwicklung/-profil
In der Klasse 7 wird soll an einem Nachmittag / Woche (3 Stunden/Woche) das Thema Kompetenzprofil (Selbst- und Fremdeinschätzung, eigenes Kompetenzprofil, Profil von unterschiedlichen Berufsfeldern/Berufe) bearbeitet werden Gleichzeitig werden notwendige Kompetenzen (Softfaktoren) entsprechend eingeübt/gefördert. Die Termine können zusammengefasst werden z.B. für einen erlebnispädagogischen Tag. Bei diesem Baustein ist beabsichtigt, die Eltern in den Prozess stark einzubinden.
Baustein 3: Einzelbetreuung / Praktikumsbetreuung
Ab der Klasse 8 wird für chancengeminderte Schülerinnen und Schüler in Einzelsettings das Thema Praktikumsplatz- /Ausbildungsplatzsuche bearbeitet. Dabei werden auch Bewerbungsunterlagen erstellt. Da ein Praktikum für Hauptschule der Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis sein kann, wird verstärkt in Praktikumssuche und Betreuung der Praktikumsplätze für alle Schülerinnen und Schüler
Die Schulleiterin betonte, dass durch die Bausteine keine Ausbildungsplätze geschaffen werden, die Chancen der Schülerinnen und Schüler der GHS Schlierbach auf dem Ausbildungsmarkt werden dadurch aber verbessert. Frau Groeneveld vom Bruderhaus Diakonie, die bereits jetzt die Jugendarbeit in Schlierbach begleitet, und ihr Kollege, Herr Trautner , werden das Projekt an der Schlierbacher Hauptschule begleiten. Mit beiden Ansprechpartnern bestehen sowohl zu den Jugendlichen als auch zu der Lehrerschaft bereits intensive Kontakte.
Der Mehraufwand wird von Frau Groeneveld auf ca. 90 Stunden/Jahr geschätzt. Der Landkreis beteiligt sich entsprechend einem Kreistagsbeschluss anteilig an den Kosten. Dieser Mehraufwand deckt die Bausteine 1 und 3 ab. Der Baustein 2 soll über ESF-Mittel (ESF = Europäischer Sozialfond) abgedeckt werden, wozu bereits ein Antrag durch die Bruderhaus Diakonie gestellt wurde.
Für die Schule ist das Gesamtprojekt eine große Chance, um die fachliche, als auch die soziale Kompetenz der Jugendlichen nach der Schule deutlich zu erhöhen und damit auch die Ausbildungschancen zu verbessern. Der Gemeinderat stimmte dem Kooperationsprojekt einstimmig zu.
Schlierbach im Förderprogramm „Nachhaltige Bürgerkommune“
Das Umweltministerium hatte im Mai dieses Jahres ein Förderprogramm zur "Zukunftsfähigen nachhaltigen Kommunalentwicklung" ausgeschrieben. Die Gemeinde Schlierbach nahm an der Ausschreibung teil und wurde von einer Jury neben fünf anderen Gemeinden für dieses Projekt ausgewählt. Die Umweltministerin erklärte dazu: "Wir wollen mit den Projektkommunen ein Stück des Weges zu einer zukunftsfähigen Entwicklung gehen und aus den Erfahrungen lernen".
Die Kommunen werden im Vorhaben fachkundig begleitet und beraten. Wertvolle Informationen werden die Kommunen dadurch gewinnen, dass man geeignete sogenannte "Zukunftsbausteine" in der Umsetzung erproben und weiterentwickeln kann. Diese gelten als wesentliche Elemente erfolgreicher Arbeit der Lokalen Agenda 21 als auch des bürgerschaftlichen Engagements. Beispiele dafür sind unter anderem kommunale Anlaufstellen für engagierte Bürger, Bürgerbefragungen, Leitbilder usw. Projekte können u. a. im Bereich des Klimaschutzes oder im Flächenmanagement sein. Mit dem neuen Ansatz werden keine Einzelprojekte gefördert, sondern Prozesse begleitet.
Für die Gemeinde Schlierbach ist das Projekt in vielfacher Hinsicht interessant: In dem Prozess soll über ein „Konzept 2020“, also über eine längerfristige Entwicklung der Gemeinde Schlierbach nachgedacht werden, wozu es bereits Ansätze in der Gemeinde gibt. Schon aus finanziellen Gründen, von der ökologischen Wirkung abgesehen, muss sich die Gemeinde auch mit einem Energiemanagement auseinander setzen. In wieweit die Bausteine, die anschließend aufgeführt werden, für Schlierbach interessant sind, muss sich im Diskussionsprozess noch erweisen.
Beispielinformationen für Kommunale Zukunftsbausteine
Förderung von Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung:
Baustein 1: Es gibt eine kommunale Anlaufstelle (oder in kleinen Kommunen einen Ansprechpartner bzw. eine Ansprechpartnerin in der Verwaltung) zur Förderung des freiwilligen Engagements in folgender Ausgestaltung
Baustein 2: Die Kommune praktiziert eine „Kultur der Anerkennung“ (z.B. Empfänge, Preise, Vergünstigungen, Belobigungen, Urkunden, Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung, Berichte, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, …) für Ehrenamtliche und engagierte BürgerInnen
Baustein 3: Die Kommune fördert und unterstützt BürgerInnen-Projekte (z.B. finanzielle Zuschüsse, logistische Unterstützung; fachliche Unterstützung, Bürgerstiftungen, …)
Baustein 4: Es gibt institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit und Diskussion von BürgerInnen, Verwaltung und Gemeinderat (z.B: Agenda-Forum, Arbeitskreise, Beiräte, Jugendgemeinderat, Ausländerbeirat…)
Baustein 5: Die Kommune beteiligt die BürgerInnen an politischen Entscheidungen auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus ( z.B. Zukunftswerkstätten, Bürgergutachten, Beteiligungshaushalt, Bürgerbefragungen, Anhörungen und Fragestunden im Gemeinderat, sachkundige Bürger,…)
Ziele, Konzepte, Handlungsprogramme und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung:
Baustein 6: Die Kommune unternimmt Schritte für ein kommunales Nachhaltigkeitsmanagement (z.B. Energiemanagement, Öko-Audit / Umweltmanagement, Nachhaltigkeitschecks für Vorhaben, ökologische und faire Beschaffung,…)
Baustein 7: Es gibt folgende Rahmenkonzepte und Zielsetzungen für eine nachhaltige Entwicklung (z.B. Leitbild, Stadtentwicklungsplan, Masterplan, in kleineren Kommunen Leitbilder und -linien…) und Handlungsprogramme bzw. Konzepte für wichtige Felder (z.B Klimaschutz, Flächenmanagement, Verkehr, Soziales, Wirtschaft und Stadtmarketing)
Baustein 8: In der Kommune werden bzw. wurden folgende „Schlüsselprojekte“ (z.B. Bürgersolaranlagen, Flächenrecycling, Direktvermarktung, Bürgertreffs, Agenda-Kaffees, Lehrpfade…), als Bausteine und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung umgesetzt
Baustein 9: Die Kommune arbeitet auf regionaler und interkommunaler Ebene folgendermaßen mit Kommunen und anderen Körperschaften für eine nachhaltige Entwicklung (z.B. gemeinsame Infrastruktur, Flächenpools, Verkehrskonzepte, Klimaschutz, Ökoaudit, Umweltmanagement…) zusammen
Baustein 10: Die Kommune fördert die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung durch Aktivitäten besonders auch in Kooperation mit entsprechenden Akteuren (z.B. Veranstaltungen, Zuschüsse für Aktivitäten, klimafreundliche Schulen, vhs-Programme, Zusammenarbeit mit Initiativen etc.)
Erfolgskontrolle:
Baustein 11: Die Kommune arbeitet mit Indikatoren als Instrument der Erfolgskontrolle (z.B. Nachhaltigkeitsberichte, Indikatoren für den Erfolg von Programmen,…)
Für die Projektdurchführung hat das Land eine Vereinbarung vorbereitet, die den Gemeinderatsfraktionen schon vor der Sitzung zur Kenntnis gegeben wurde. Der Vereinbarung wurde einstimmig zugestimmt.
Haushaltsplanberatung 2008
In der letzen Sitzung nahmen die Gemeinderatsfraktionen zum vorgelegten Entwurf des Haushaltsplans 2008 Stellung. Über Anträge wird in der nächsten Sitzung entschieden. Daran anschließend wird im Mitteilungsblatt ausführlich über den Haushalt für das kommende Jahr berichtet.
