Gemeinderat beschließt Prioritätenliste für Kanalsanierungen in den kommenden Jahren
Die Gemeinde Schlierbach hat im Zeitraum zwischen 1994 und 1999 das Kanalnetz aufgrund der Vorgaben in der Eigenkontrollverordnung mit einer Kamera befahren lassen. Bereits 1995 wurde ein Kanalsanierungskonzept erstellt, das 1999 fortgeschrieben und 2006 erneut überarbeitet wurde. Das gesamte Kanalnetz ist inzwischen auch dokumentiert bzw. digitalisiert.
Das Landratsamt Göppingen hat Ende vergangenen Jahres die Gemeinden aufgefordert, einen Zeitplan für die Abwicklung der Sanierung der bei den Kamerabefahrungen dokumentierten Schäden zu erstellen und vorzulegen. Die festgestellten Schäden sind in 5 Schadensklassen eingeteilt. Schwere Schäden der Klassen 1 und 2, bei denen Abwasser nach außen in das Erdreich dringen kann, sind zeitnah zu beheben. Die Gemeinde hat schon in den letzten Jahren Kanalstrecken mit ganz erheblichen Schäden saniert, es gibt aber auch noch Teilbereiche des Kanalnetzes, in dem entsprechende Schäden noch vorhanden sind. Die Verwaltung hält unter Berücksichtigung der finanziellen Ressourcen einen Zeitplan für die Abwicklung der Sanierung von 8 bis 10 Jahren für realistisch, wobei zunächst die Kanalhaltungen angegangen werden sollen, die noch die größten Schäden aufweisen oder deutlich unterdimensioniert sind.
Die Gesamtkosten für die Sanierung und Auswechslung der Kanäle belaufen sich nach aktualisierter Schätzung auf ca. 2 400 000.- €. Die damit verbundenen Gebührenerhöhungen wurden im Gemeinderat durchaus kritisch gesehen. Sie bewegen sich aber innerhalb des 10-Jahres-Programms in einem überschaubaren Rahmen.
In der Gemeinderatssitzung wurden auch gleich die Sanierungsarbeiten, die 2008 vorgesehen sind, vergeben. Mittels Inlinern, Partlinern und Robotern, also ohne dass der Straßenbereich aufgegraben werden muss, sollen Strecken mit erheblichen Schäden saniert werden. Der Auftrag wurde an die günstigste Bieterin, die Firma Insituform aus Leonberg zum Angebotspreis von 95.089,97 € vergeben. Da im Haushalt 2008 nur 60.000 € bereitgestellt sind, soll der übersteigende Betrag im Haushalt 2009 finanziert werden.
Bauarbeiten vergeben
Folgende Bauarbeiten wurden am letzten Montag vom Gemeinderat an die jeweils günstigsten Bieter vergeben:
· Erneuerung der Kanalisation und der Wasserleitung in der Steingaustraße: Fa. Moll, Gruibingen, 196.200,01 €.
· Verlegung Wasserleitung Steingaustraße einschließlich Materiallieferung: Fa. Hummel, Bünzwangen, 19.168,16 €.
· Jahresbauarbeiten: Fa. Gebr. Lutz, Reichenbach, 107.711,41 €.
· Bepflanzung im Gebiet Schopf: Fa. Krug GmbH, 46180 €.
Die Vergabe der Bauarbeiten für die Sanierung von Feldwegen erfolgte an die Fa. Moll, Gruibingen. Der Angebotspreis belief sich auf knapp 141.000 €. Da nur Hauhaltsmittel in Höhe von 122.000 € (davon 22.000 € aus der Rücklage Erddeponie) im Haushaltsplan bereit gestellt sind, beschloss der Gemeinderat, die Ausgaben entsprechend zu deckeln und die Sanierung des Feldweges, der von der sog. „Bauernbrücke“ zum Eichwaldhof führt, zurückzustellen, zumal gerade dieser Weg auch Privatgrundstücke tangiert.
Künftiger Zugang zum Rathausplatz: Kompromisslösung findet Zustimmung
In der Februarsitzung konnte sich der Gemeinderat noch nicht entscheiden, wie künftig die Treppe vom Kreuzungsbereich zum Rathausplatz gestaltet werden soll. Zwischen den Befürwortern einer geschwungenen, wesentlich breiteren Treppe, die öffnend wirken soll, und den Befürwortern einer Lösung, die lediglich eine Erneuerung der bestehenden Treppe vorsah, hatte es ein Patt gegeben. Die Gegner der offenen Lösung hatten ihre ablehnende Haltung vor allem mit Sicherheitsbedenken begründet, da nach ihrer Ansicht Kinder geradewegs und damit zu schnell von der Treppe über den Fußgängerüberweg rennen könnten. Eine zwischenzeitlich von Planer Mezger vorgelegte Kompromisslösung, die diese Bedenken berücksichtigt, fand in der letzten Gemeinderatssitzung die Zustimmung einer großen Mehrheit des Gremiums, so dass nun die Ausschreibung vorbereitet werden kann.
