Sanierung der Kirchheimer Straße
In der letzten Sitzung stimmte der Gemeinderat der Planung des Büros mquadrat aus Bad Boll zur Sanierung der Kirchheimer Straße mit Erneuerung von Kanal und Wasserleitung zu. Die Sanierung umfasst den Bereich zwischen Einmündung Bachstraße und Einmündung Bühlweg.
Die Gemeinde Schlierbach hat im Jahr 2007 die Hauptstraße vom Rathaus bis zum Haldenweg im Vollausbau hergestellt. Parallel dazu wurden die Ver- und Entsorgungsleitungen teilweise ausgetauscht und auf den neuesten Stand gebracht. Ende 2008 wurde mit dem Ausbau des Rathausplatzes begonnen. Die Bauarbeiten sind nahezu abgeschlossen. Als weitere Maßnahme im Zuge der Ortsdurchfahrt soll die Kirchheimer Straße grundlegend saniert werden. Die geplante Baumaßnahme beginnt an der Bachstraße und reicht bis zum Bühlweg. In die Maßnahme ist ein Teil der Dorfwiesenstraße einbezogen, um den Einmündungsbereich zu verbessern.
Die Ausbaulänge der Kirchheimer Straße beträgt ca. 260 lfm, die Länge der Dorfwiesenstraße ca. 60 lfm.
Die bestehende Kirchheimer Straße hat auf ihre Länge innerhalb der Maßnahme eine Fahrbahnbreite von 6,50 m und ist mit einem Asphaltbelag versehen. Die Randeinfassungen bestehen aus Granitrandsteinen, überwiegend mit Hochbordanschlag. Parallel zur Straße verläuft beidseitig ein Gehweg mit jeweils 1,50 m Breite, ebenfalls mit Asphaltbelag. Die öffentliche Fläche im Straßen- und Gehwegbereich hat eine Breite von 9,50 m.
Die gesamte Straße hat ein nach beiden Rändern geneigtes Dachprofil. Die Entwässerung erfolgt über Einläufe in den Mischwasserkanal.
Im nördlichen Bereich stehen die Gebäude sehr dicht am Gehwegrand. Dort wird vor den Gebäuden, teilweise auf öffentlichen Flächen und teilweise auf privaten Flächen geparkt. Die Gehwegflächen gehen direkt in die privaten Hofflächen über und sind asphaltiert.
Im westlichen Bereich der Kirchheimer Straße sind großzügigere Vorgarten- und Vorplatzflächen vorhanden. Dort ist die Parkierung nicht in dem Ausmaß erforderlich wie im nördlichen Bereich. Hier sind deutliche Trennungen zwischen Gehweg und Privatflächen durch Mauern, Hecken oder sonstigen Einfriedigungen vorhanden.
Die Dorfwiesenstraße mündet in die Kirchheimer Straße im Kurvenbereich ein. Die große asphaltierte Fläche ist nicht gegliedert und stellt eine unübersichtliche und dadurch gefährliche Querungssituation für Fußgänger dar. Darüber hinaus ist das Abbiegen von der Kirchheimer Straße aus Richtung Norden in die Dorfwiesenstraße kritisch zu sehen, da die aus Richtung Westen kommenden Fahrzeuge erst sehr spät erkannt werden. Die Dorfwiesenstraße hat im direkten Einmündungsbereich (vor dem „Musikerheim“) eine Breite von ca. 13 m. Die aus Richtung Westen kommenden Fahrzeuge können dadurch ohne Reduzierung der Geschwindigkeit in die Dorfwiesenstraße abbiegen.
Während der Vorplanung wurde die Möglichkeit untersucht, den Querschnitt der Fahrbahn im nördlichen Bereich der Kirchheimer Straße auf 6,0 m zu verringern und gleichzeitig den östlichen Gehweg auf 2,0 m aufzuweiten. Hintergrund ist, dass vor den Gebäuden geparkt wird und die zur Verfügung stehende private Fläche hierfür nicht ausreicht, weshalb die Fahrzeuge den Gehweg teilweise mit benutzen. Dadurch verbleibt an einzelnen Stellen nicht mehr die Gehwegbreite von 1,50 m.
Sowohl von den Anliegern als auch vom Gemeinderat wurde dieser Vorschlag jedoch nicht positiv gesehen, da dadurch der fließende Verkehr eingeschränkt würde. Durch die parkenden Fahrzeuge am Straßenrand würde sich die Breite, die für die Fahrverkehr übrig bliebe, auf ca. 4,2 m reduzieren. Dabei wäre Begegnungsverkehr nur eingeschränkt möglich. Somit wird für die weitere Planung am bestehenden Querschnitt beibehalten, die Fahrbahn mit einer Breite von 6,50 m und die Gehwege mit jeweils 1,50 m versehen.
Im Kurvenbereich der Kirchheimer Straße wird die Fahrbahnbreite um ca. 50 cm aufgeweitet, da die Schleppkurven der Bemessungsfahrzeuge einen größeren Platzbedarf verlangen. Auf die Breite der Gehwege hat dies keine Auswirkungen.
Die Dorfwiesenstraße wird bis zum Dobelweg verschmälert. Die nördliche Fahrbahnkante bleibt gleich, während die südliche Kante nach Norden verschoben wird, so dass eine Fahrbahnbreite von 6,0 m verbleibt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Längsparkplätze auszuweisen.
Die Randeinfassungen erfolgen für die Fahrbahn mit Granitleistensteinen. Parallel hierzu wird eine zweizeilige Granitpflasterkontur geführt. In diese Pflasterkontur werden die Einläufe eingebunden. Dieser Ausbauquerschnitt wurde bereits bei der Hauptstraße ausgeführt.
Die Gehwege werden mit einem rückwärtigen Abschluss durch einen Einzeiler in Granit versehen. Dieser ist auf einer Ebene mit dem Gehweg verlegt und daher begehbar.
Die Parkplätze erhalten die Pflasteroberfläche der Gehwege. Um der Versiegelung entgegen zu wirken, können diese als Rasenfugensteine ausgebildet werden.
Die Kostenberechnung schließt mit Bruttobaukosten für das Gesamtgebiet von ca. 520.000,- € ab.
Im Zuge der Sanierung wird der Kanal in der Kirchheimer Straße ausgewechselt und teilweise aufgeweitet. Bei einer Kamerabefahrung im Zuge der Umsetzung der Eigenkontrollverordnung waren deutliche Schäden festgestellt worden. Auch die Wasserleitung, die zu einem großen Teil bereits fast 100 Jahre alt ist, wird erneuert. Dafür fallen Kosten von rd. 196.400 € (Kanal) und 181.300 € (Wasserleitung) an.
Aufgrund der Länge der Sanierungsstrecke strebt die Verwaltung einen frühzeitigen Baubeginn an, um die Bauarbeiten noch rechtzeitig für den Wintereinbruch 2009/2010 abzuschließen. Eine Winterbaustelle wird im übrigen eine erhebliche Beeinträchtigung für die Anlieger bedeuten. Deshalb sollte die Baumaßnahme auch unverzüglich ausgeschrieben werden.
