Sie sind hier: Startseite / Info / Gemeindeleben / Stromleitung

Netze BW modernisiert das Stromnetz

Neue Erdkabel ersetzen Freileitungen zwischen Schlierbach und Ebersbach-Roßwälden

Die Netze BW GmbH investiert rund 300.000 Euro und modernisiert das Stromnetz zwischen Schlierbach und Ebersbach-Roßwälden. Im Rahmen dieser Maßnahme ersetzt sie die Freileitung, die von Schlierbach über den Eichwaldhof bis zum Birkenhof verläuft durch leistungsfähigere Erdkabel und tauscht die Trafostation am Strommast beim Eichwaldhof gegen eine moderne Kompaktstation aus. Mit der Modernisierung wird die Kapazität des Stromnetzes erhöht und für die Bedarfe der Zukunft gerüstet. Das dient der Versorgungssicherheit in der Region.

Der Tiefbau beginnt am Montag, 8. April und erfolgt in drei Abschnitten. Die Arbeiten werden von der Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH ausgeführt. Sie starten beim Eichwaldhof. Hier wird zunächst eine flache Grube ausgehoben und die neue, 2,50 Meter mal 2,30 Meter große, Betonfertigteilstation eingesetzt. Sie ragt nach dem Einbau nur noch etwa 1,80 Meter aus dem Erdboden heraus.

Danach wird auf der nördlichen Seite des Weges, der vom Eichwaldhof zur Landesstraße L 1152 führt, und weiter entlang der westlichen Straßenseite der Landesstraße Richtung Schlierbach, ein Mittelspannungskabel, ein 4 x 20 Millimeter Leerrohrverbund und für die Telekom noch zwei weitere Leerrohre in die Erde gelegt. Die Anbindung an das bestehende Erdkabelnetz wird kurz vor dem Ortseingang Schlierbach, nach der Einmündung der Kreisstraße K 1419, auf der östlichen Straßenseite der Landesstraße L1152 vorgenommen.
 
In Richtung Roßwälden werden ab dem Gebäude Eichwaldhof 2 die Felder und der Maienbach grabenlos auf einer Länge von 350 Metern mit dem Spülbohrverfahren unterquert. Auf der weiteren Verkabelungsstrecke werden die Stromkabel und Leerrohre dann auch unter dem Appenbach, auf einer Länge von 90 Metern, per Spülbohrung durchgeführt. Das spart Zeit und schont die Landschaft. Erst auf dem letzten Teilstück bis zur Umspannstation am Birkenhof wird dann wieder im offenen Graben entlang von Feldwegen gearbeitet.
 
Die Netze BW bittet um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen, die durch die Baumaßnahme entstehen. Sie wird, wenn alles planmäßig verläuft, Mitte Juni abgeschlossen sein. Sobald die Erdkabelstrecke fertiggestellt und in Betrieb ist, kann auch die Freileitungstrasse zwischen Schlierbach und Roßwälden inklusive der 22 Strommasten abgebaut werden.

 
Spülbohrverfahren
Mit einem kleinen Bohrkopf (Durchmesser zirka 15 Zentimeter) wird zuerst ein Pilotloch auf der einen Seite der zu unterquerenden Fläche gebohrt. Dieser ist mit Sensoren versehen und gräbt sich ferngesteuert auf der Strecke, auf der später die Rohre verlaufen sollen, durch den Boden. Mit Hilfe eines elektromagnetischen Ortungssystems überprüft der Bohrmeister Richtung und Tiefe des Verlaufs. Das beim Bohren gelöste Erdreich wird per Wasserdruck herausgespült. Dem Wasser ist umweltverträgliches Bentonit, ein feines mineralisches Lehmpulver, beigemischt. Dadurch dient es gleichzeitig als so genannte Stützflüssigkeit, welche die Wände des Bohrkanals stabilisiert. Am Zielpunkt angekommen, wird der Bohrkopf durch einen größeren Aufweitkopf ausgetauscht. Mit ihm wird die Bohrung im Rückwärtsgang erweitert. Falls nötig wird dieser Vorgang mit immer größeren Aufweitköpfen so oft wiederholt, bis der Bohrkanal das erforderliche Maß erreicht hat. Mit dem letzten Durchgang werden Leerrohre aus Kunststoff eingezogen, in die abschließend die Stromkabel durchgeführt werden, die durch diese Ummantelung vor äußeren Einwirkungen geschützt sind.
 
Die Flächen- und Bachunterquerung per Spülbohrung wird hier mit einer neuen Technik zur Aufbereitung des Bohrwassers durchgeführt. Um dieses Verfahren vor Ort zu beobachten, wird die Netze BW  - voraussichtlich Mitte April - einen Vor-Ort-Termin anbieten. Die Einladung dazu folgt, sobald der Termin feststeht.